Flottillentörn Schottland

 

 

Segeltörn Isle of Skye, Schottland Juni 2017

Am Freitag 16. Juni 2017 trafen sich eine erwartungsfrohe Schar Segelbegeisterter in aller Frühe am Flughafen Zürich zum Flug via London nach Inverness in Schottland, wo wir eine Nacht im Hotel verbrachten und uns die Stadt anschauen konnten.

Am Samstagmorgen wurden letzte Einkäufe getätigt. Danach fuhren wir mit zwei vollgeladenen Taxis während zweieinhalb Stunden durch eine wunderschöne, üppig grüne Landschaft entlang dem sagenumwobenen Loch Ness nach Armadale auf der Isle of Skye.

In Armadale erwartete uns eine nicht alltägliche Schiffsübernahme, lagen doch alle drei Yachten nicht etwa an einem Steg, sondern an Bojen! Mit einem Tenderboot wurden wir zu den drei Yachten – zwei Jeanneau 439 und eine Elan 434 – übergesetzt. Die Übernahme bzw. Einweisung ging unkompliziert und schnell vonstatten. So hiess es noch gleichentags: Leinen los! Auf der kurzen Fahrt nach Mallaig erwarteten uns Regen, Nebel und kräftige Winde – ganz so, wie man sich Schottland eben vorstellt.

Bojenfeld
Bojenfeld_2

Am nächsten Tag machte sich das angekündigte Hoch bereits langsam bemerkbar. Weiter ging es zum Loch Harport an der Südwestküste von Skye. Nach einem genussvollen und fast trockenen Segeltag mit beeindruckenden Landschafts- und Wolkenbildern konnten wir am Ponton direkt vor der Talisker Whisky Distillery festmachen. 

Talisker
Talisker_2

Tags darauf  gab es eine Führung durch die Brennerei, natürlich mit einer Degustation der edlen Tropfen. Nach dem Mittag segelten wir weiter zu den Äusseren Hebriden. Ein stetiger Nordwestwind mit bis zu 4 Bf bescherte uns einen herrlichen Segelnachmittag, bevor wir in Lochmaddy auf der Insel North Uist am neu erbauten Ponton festmachen konnten.

Winken
Lochmaddy

Am nächsten Morgen lachte uns zwar die Sonne entgegen, doch leider gab es keinen Wind. Fischen war angesagt! Nach nur wenigen Minuten gab es Makrelen à discretion. Es war ein herrlicher Anblick: Unsere drei Yachten drifteten mitten im offenen Wasser im „Päckli“ und die Crew erfreute sich an einem Fischchnusperli-Schmaus. Vielen Dank an die Köche Paco und Marcel für dieses unvergessliche Erlebnis!

Fischknusperli_2
Fischknusperli

Weiter ging es unter Motor – und für einmal im T-Shirt – nach Loch Tarbert auf der Insel Harris. Bei schönstem Sonnenschein lagen unsere drei Yachten nahe beisammen vor Anker. Trotz des eiskalten Wassers wagten einige ein kurzes Bad. Man fühlte sich fast wie an einem Schweizer Bergsee!

Tarbert_2
Tarbert

Am nächsten Tag segelten wir nach Gairloch ans schottische Festland. Der Wind aus Südwest frischte im Verlauf des Tages deutlich auf. Auf den rund 40 sm begleitetete uns typisch schottisches Wetter: Sonne, Wolken und Nieselregen lösten sich ab. Mit Unterstützung des freundlichen Hafenmeisters von Gairloch konnten wir unsere Boote im „Päckli“ am Ponton belegen.

Gairloch_2
Gairloch_3

Für den nächsten Tag und die folgende Nacht kündigte der Wetterbericht einen Wetterumschwung mit Wind und Windböen in Sturmstärke an. So beschlossen wir früh zu starten, damit wir auf dem Weg nach Plockton auch noch die Insel Rona für einen Mittagshalt ansteuern konnten. Wir wussten zwar, dass Rona in einem U-Boot-Übungsgebiet der Britischen Marine lag – so richtig offensichtlich wurde es aber, als tatsächlich ein U-Boot auftauchte! Nach dem Mittagshalt in einer malerischen Bucht bei der Insel Rona wollten wir wiederum den Inner Sound kreuzen, um nach Plockton zu segeln. Kaum waren wir wenige Seemeilen von der Küste entfernt, wurden wir über VHF informiert, dass wir uns in einer Sperrzone wegen U-Bootmanövers aufhielten! Wir wurden angewiesen, wieder an die Küste zu segeln und uns innerhalb 1sm zur Küste aufzuhalten. Kurze Zeit später wurden wir wieder über VHF informiert, dass die Manöver vorüber sind und wir den Inner Sound jetzt überqueren dürfen. Es wurde noch ein traumhafter Segeltag mit einmal mehr fantastischen Wolken- und Landschaftsbildern und immer stärker auffrischendem Wind. In Plockton angekommen konnten wir die stürmische Nacht an sicheren Mooringbojen verbringen

Uboot
Gairloch

Schon war wieder Freitag und es galt, die Boote sicher nach Armadale zurück bringen. Das Wetter war immer noch stürmisch mit Wind aus Südwest direkt auf die Nase, und so mussten wir die ersten 5 Meilen mit Motor durch die aufgewühlte See zurücklegen.  Kurz vor der Brücke von Kyle House konnten wir wieder Segel setzen. Die Enge von Kyle Rhea zwischen dem schottischen Festland und der Isle of Skye hatte es in sich. Mit einer Strömung bis 8 Knoten und gegenlaufenden Wellen sowie Starkwind auf die Nase fühlte man sich wie auf einem Fluss! Die spektakulären Lichtverhältnisse und die Tatsache, dass wir die Schiffe der andern Crews jederzeit als Foto-Sujets verwenden konnten, bescherten uns einmal mehr beeindruckende Aufnahmen. Nach einem Mittagshalt in der Bucht von Isleornsay Harbour gab es noch einen herrlichen Segeltag mit kräftigem Wind, bis wir gegen Abend wieder in Armadale die Boote an den Mooringbojen nach gesamthaft ca. 240 sm wieder festmachten.

Brücke
Gezeiten

Nach einer weiteren stürmischen und kühlen Nacht an der Mooringboje konnten wir am Samstag frühmorgens mit dem Tenderboot an Land übersetzen und die Heimreise über Inverness nach Zürich antreten.

Jetzt freuen wir uns auf den nächsten Flottillentörn im Norden:  Im Juni 2018 geht es in den Stockholmer Schärengarten. Informationen dazu finden sich auf der Schwedenseite von Maryvent.

Ein ganz grosses seglerisches Highlight steht für 2019 an: Im Sommer sind Törns nach Spitzbergen geplant.

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